Günther H. Oettinger

EU-Kommissar für Energie, Europäische Kommission

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist unsere Städte zu intelligenten und nachhaltigen Lebensräumen zu entwickeln. Zentrale Themen sind dabei nachhaltige Mobilität, bessere Luftqualität, Energie- und Ressourceneffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Infrastruktur.

Fast drei Viertel der Menschen in Europa leben in Städten, und auch 70% des Energieverbrauchs in der EU fällt dort an. Staus verursachen in Europa jährlich Kosten in Höhe von ca. 1% des BIP, und auch davon sind vor allem städtische Gebiete betroffen. Intelligente städtische Technologien können einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung vieler dieser Herausforderungen leisten.

Klar ist, dass Investitionen in energieeffiziente, smarte Städte ökologische wie ökonomische Renditen erzielen werden. Dennoch erschweren derzeit zahlreiche Hindernisse die Erschließung dieses großen Potenzials innovativer, intelligenter Technologien, darunter technische Risiken, unsichere Investitionsrenditen oder aufsichtsrechtliche Hürden. Die jüngst verabschiedete Energieeffizienz-Richtlinie hat in der EU einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der auch der für energie-intelligente Städte förderlich ist.

Dass sich ganz neue, wirtschaftlichere Möglichkeiten erschließen, wenn innovativ in größeren Einheiten gedacht wird, also nicht nur einzelne Gebäude, sondern gleich ganze Viertel energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden, dokumentiert eindrucksvoll die detaillierte Auswertung der achtundfünfzig Demonstrations-Stadtteile in vierundzwanzig Ländern der EU CONCERTO-Initiative (www.concerto.eu).

Diese Projekte haben uns auch gezeigt dass die Dienstleistungs- und Wertschöpfungsketten in den Bereichen Verkehr, Energie und IKT sich einander immer mehr annähern. Mit der Gründung der Europäischen Innovationspartnerschaft für Intelligente Städte und Gemeinschaften („Smart Cities and Communities") treibt die Europäische Kommission die Entwicklung integrierter intelligenter städtischer Technologien voran. Dazu werden Forschungsressourcen in den Bereichen Energie, Verkehr und Informations- und Kommunikationstechnologien gebündelt und auf eine begrenzte Zahl von Demonstrationsprojekten konzentriert, die in Partnerschaften mit Städten umgesetzt werden. Allein im Jahr 2013 sind EU-Mittel in Höhe von 365Mio. EUR für Demonstrationsprojekte zu solchen technischen Lösungen vorgesehen. Darüber hinaus sind alle Interessierten eingeladen, über die Smart Cities and Communities Stakeholder Platform (www.eu-smartcities.eu) die Initiative zu verfolgen und innovative Lösungen beizutragen.

Zum Erfolg der europäischen Innovationspartnerschaft „Intelligente Städte und Gemeinschaften" trägt entscheidend bei, dass Unternehmer in Studien wie dieser auf die großen Chancen hinweisen, die intelligente Städte bieten, und Geschäftsmodelle entwickeln, mit denen aus Möglichkeiten Wirklichkeit wird.